Yeoman XXXII powered by Team-DHH-KPMG

22-09-08 09:53




Bericht über das Cowes - Cherbourg Race des Team-DHH-KPMG, 05.-06.09.2008

Es gibt Angebote die kann man nicht ausschlagen oder mehr noch: man wäre blöd sie nicht wahrzunehmen. Ein solches Angebot erreichte unser Team durch David Aisher, Kommodore des RORC und Eigner der Rogers 46 „Yeoman XXXII“. Wir lernten David, sein Boot und seine Crew auf dem Baltic Sprint Cup im Juli dieses Jahres kennen. Als im August dann das Angebot kam, die Yeoman auf dem Cowes-Cherbourg Race zu segeln, zögerten wir nicht lange. Es wurde ein englisch-deutsches Joint Venture: Yeoman XXXII powered by Team-DHH-KPMG. David Aisher kam mit drei seiner Crewmitglieder an Bord, wir Frauen waren zu acht. Und die Wettervorhersage hatte es in sich: Für Freitagnacht und Samstag gaben die Meteorologen für England über 80 Unwetterwarnungen heraus, einige Schulen wurden vorsichtshalber geschlossen. So war es nicht verwunderlich, dass von 56 gemeldeten Schiffen nur 19 am Freitagabend starteten.

 

Was haben wir da draußen auf dem Englischen Kanal erlebt: Zunächst mal einen konservativen Start, da wir das Schiff, David und David uns noch kennen und einschätzen lernen mussten. Am Ende des Solents bei den Needles und drei Segelwechsel später war klar, dass man das konservative Segeln aufgeben konnte, alle wussten was sie zu tun hatten. Der Wind kam von vorne mit 30 Knoten und nahm im Laufe der Nacht zu, vor Cherbourg errichten die Böen immer öfter 40 Knoten. Immer wieder zogen Regenschauer über uns hinweg und die Wellen waren steil und teilweise überkreuz. Und von Anfang an war eine Gesetzmäßigkeit klar: je schneller und moderner ein Regattaschiff, umso nasser ist es. Und das Wasser kam von allen Seiten. Steht man im Cockpit am Grinder, so steht einem das überkommende Wasser teilweise bis zum Oberschenkel. Die Leute auf der Kante werden dauergeduscht und die Vorschiffsleute können sich einen Schnorchel zulegen. Wie schön dass das Wasser im Kanal noch 18 Grad hat, es war angesichts des Windes und der Lufttemperatur wie eine warme Dusche. Zum Glück mussten wir nicht wirklich die 75 sm über den Kanal kreuzen, wir planten unsere Taktik so, dass wir in Abhängigkeit von der Tide und einem angesagten Winddreher zunächst auf die rechte Seite fuhren, um dann direkt Kurs auf Cherbourg nehmen zu können. Dennoch war das Ganze sehr kräftezehrend: Mangelnder Schlaf, viel Kraft bei jeder Bewegung, bei jedem Trimmen (um sich auf dem extrem schrägen Boot zu halten) und einsetzende Kälte setzten allen zu. 10 Stunden können seeehr lang werden.

 

Unser härtester Gegner war eine TP52, welche bei Sonnenuntergang noch vor uns war. Was waren wir glücklich und auch stolz, dass beim Zieldurchgang um 05:00 Uhr morgens es vom Zielschiff herüber rief: You are first Ship home! Auch fix und fertig kann man doch noch lächeln und glücklich sein. Wir hatten es geschafft. Auch in unserer Klasse machten wir den 1. Platz. Zum Schluss ein Zitat von der RORC Internetseite nach dem Rennen: “19 yachts completed the race and all of them should be praised for excellent seamanship; none of the yachts got into a situation which required any outside assistance.“

 

Yes! We did it and we would do it again! Thank you David, Ian, Richard and Tim

(Inken Braunschmidt und Crew)








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